Curry ist eines dieser Gewürze, das fast jeder im Schrank hat und das trotzdem oft unterschätzt wird. Ein Löffel hier, ein bisschen Farbe dort, fertig. Lange Zeit habe ich es genauso benutzt. Praktisch, unkompliziert, okay. Bis ich angefangen habe, Currypulver selber zu machen.
Und ganz ehrlich: Der Unterschied ist größer, als ich erwartet hätte. Nicht lauter, nicht schärfer, sondern tiefer, wärmer, runder. Selbstgemachtes Currypulver riecht intensiver, schmeckt ausgewogener und verhält sich beim Kochen völlig anders. Es ist kein greller Gewürzton, sondern eine Mischung, die Gerichte trägt, statt sie zu überdecken.
Aus was besteht Currypulver eigentlich?
Eine der häufigsten Fragen ist oft: Aus was besteht Currypulver eigentlich? Die ehrliche Antwort: Es gibt keine feste, weltweit gültige Rezeptur. Curry ist eine Gewürzmischung, die ursprünglich für den europäischen Markt entwickelt wurde – inspiriert von indischen Masalas. Typische Bestandteile sind:
- Koriander
- Kreuzkümmel
- Kurkuma
- Fenchel
- Kardamom
- Nelken
- Ingwer
- Muskat
- Senfkörner
Die genaue Currypulver Zusammensetzung variiert stark – je nach Region, Hersteller oder persönlichem Geschmack. Genau deshalb lohnt es sich so sehr, Curry selbst zu mischen: Du bestimmst die Balance.
Currypulver selber machen – warum sich der Aufwand lohnt
Wenn man einmal verstanden hat, wie Curry aufgebaut ist, stellt sich schnell die Frage: Warum eigentlich fertig kaufen?
Es selber machen hat klare Vorteile:
- frischere Aromen
- keine Bitterkeit
- volle Kontrolle über Schärfe & Intensität
- keine unnötigen Zusatzstoffe
Gerade Gewürze wie Koriander, Fenchel oder Nelke verlieren gemahlen sehr schnell an Aroma. Werden sie frisch zerstoßen und erst dann gemischt, entsteht ein Pulver, das deutlich runder und harmonischer schmeckt.
Currypulver – das Grundrezept

Zutaten
- 3 EL Koriandersamen
- 1 EL gelbe Senfkörner
- 1 EL Fenchelsamen
- 1 TL ganze Nelken
- 2 EL Kreuzkümmel, gemahlen
- 2 EL Kurkuma, gemahlen
- 1 EL Kardamom, gemahlen
- 1 EL Ingwer, gemahlen
- 1/4 TL Muskat, gemahlen
Anleitungen
- Schraubglas und kleine Trichter bereitstellen.
- Koriandersamen, Senfkörner, Fenchelsamen und Nelken im Möser fein mahlen. Durch ein kleines Sieb ins Schraubglas umfüllen, um eventuelle Stückchen zu entfernen.
- Die übrigen Zutaten dazu geben und kräftig schütteln bis alles gut vermischt ist.
Notizen
Ist Curry gesund?
Auch diese Frage taucht häufig auf: Ist Currypulver gesund? Kurz gesagt: Ja, wenn die Mischung stimmt.
Viele Bestandteile von Curry haben positive Eigenschaften:
- Kurkuma wird eine entzündungshemmende Wirkung nachgesagt
- Ingwer und Kreuzkümmel unterstützen die Verdauung
- Koriander und Fenchel wirken bekömmlich
Entscheidend ist jedoch die Qualität. Fertige Mischungen enthalten teilweise:
- sehr alte Gewürze
- ungünstige Mischungsverhältnisse
- unnötige Füllstoffe
Selbst gemachtes Currypulver ist hier klar im Vorteil – frisch, pur und ausgewogen.
Was macht das beste Currypulver aus?
Das beste Currypulver ist nicht das schärfste oder das teuerste. Es ist das, das ausbalanciert ist.
Ein gutes Pulver:
- schmeckt warm, nicht bitter
- ist aromatisch, aber nicht dominant
- passt sich Gerichten an, statt sie zu überdecken
Genau das erreichst du, wenn du dein eigenes Pulver mischst und an deinen Geschmack anpasst. Weniger Schärfe, mehr Tiefe oder umgekehrt.
Der Mörser macht den Unterschied
Beim Selbermachen von Currypulver spielt das Werkzeug eine entscheidende Rolle. Ich mahle die ganzen Gewürze im Mörser, weil sich dabei die ätherischen Öle besonders gut lösen. Ich verwende dafür den Mörser von Jungthal. Er ist schwer, stabil und ideal für Gewürzmischungen.

Wofür eignet sich selbstgemachtes Currypulver?
Durch seine ausgewogene Currypulver Zusammensetzung ist es extrem vielseitig einsetzbar:
- Dal & Linsengerichte
- Currywurstsoße
- klassische Currygerichte
- Gemüsepfannen
- Suppen & Eintöpfe
- Reisgerichte
Gerade weil es nicht aggressiv würzt, kannst du es gut dosieren und flexibel einsetzen.
Curry richtig lagern
Damit dein selbst gemachtes Pulver lange aromatisch bleibt:
- luftdicht verschließen
- dunkel lagern
- vor Hitze schützen
Am intensivsten schmeckt es in den ersten Wochen – danach verliert es langsam an Kraft, bleibt aber weiterhin gut verwendbar.
Currypulver ist viel mehr als ein gelbes Standardgewürz. Wenn du einmal erlebt hast, wie das selbstgemachte Pulver schmeckt, möchtest du kaum noch zur fertigen Mischung greifen. Du weißt dann nicht nur aus was Curry besteht, sondern kannst auch selbst bestimmen, was für dich das beste Currypulver ist – frisch, ausgewogen und genau nach deinem Geschmack. Und ja: In dieser Form ist es nicht nur aromatisch, sondern auch richtig gut für Körper und Küche!






